15 Kommunen in Oberbayern haben einen gemeinsamen Energieversorger gegründet. Das Unternehmen soll künftig in den bayerischen Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim Strom und Wärme anbieten, berichtet das Beratungsunternehmen Sterr-Kölln & Partner, das die Geschäftsmodelle und die Rechtsform des Unternehmens konzipierte, in einer Mitteilung.
Demnach soll das Regionalwerk Chiemgau Rupertiwinkel im Sommer die Arbeit aufnehmen. Ziel sei es, die Energieversorgung lokal und erneuerbar zu gestalten. Das Beratungsunternehmen hatte zuvor das wirtschaftliche Potenzial für den neuen Energieversorger untersucht. Neben der Nachhaltigkeit waren unter anderem die Versorgungssicherheit, die Wertschöpfung vor Ort sowie die Daseinsvorsorge wichtige Motive für die Gründung.
Ökostrom und virtuelle Kraftwerke
Die Vermarktung von Ökostrom, die Wärmeversorgung durch beispielsweise Geothermie und virtuelle Kraftwerke seien zentrale Vorhaben. Die Region sei dicht bestückt mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen. Besonders die Nutzung von Solar- und Biogasanlagen, die ab nächstem Jahr aus der EEG-Förderung fallen, gehöre zu den Aufgabenfeldern. Das Regionalwerk verstehe sich als Kooperationspartner der bestehenden Stadt- oder Gemeindewerke, nicht als Konkurrenz.
Ob die Aufstellung eines eigenen Energieunternehmens auf interkommunaler Basis realistisch ist und wie ein geeigneter wirtschaftlicher Rahmen aussehen könnte, war zuvor unklar. Die interessierten Kommunen hatten deshalb eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben. Inhalt war eine Potenzialanalyse sowie die konkrete Prüfung und Bewertung möglicher Handlungsoptionen. Technisch und wirtschaftlich seien, so das Fazit der Experten, sinnvolle Geschäftsfelder zu erschließen. Die ideale Rechtsform bildet demnach ein gemeinsames kommunales Unternehmen. Mindestens fünf bis sieben der insgesamt 23 Kommunen müssten bei dem Vorhaben mitmachen, um das Regionalwerk starten zu können.
Mieterstrom- und Regionalstrommodelle sowie Quartierskonzepte
Für die erste Arbeitsphase des neuen Regionalwerks empfahl das Team von Sterr-Kölln & Partner Mieterstrom- und Regionalstrommodelle aus Erneuerbaren sowie Wärmeprojekte im Rahmen von Quartierskonzepten, die etwa Geothermie nutzen. Im September 2019 stellten die Studienautoren die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor. Auf der Gründungsversammlung im Januar 2020 wurde die erforderliche Mindestbeteiligung der Kommunen nun um das Dreifache übertroffen.
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